Chemo in Zeiten von Corona

Bei der Zufahrt zum Spital steht ein Leuchtstreifenmann mit Maske zwischen Zelt und Absperrung und stellt sich mir und meinem Skateboard in den Weg.

Er: Guten Morgen, arbeiten Sie im Spital?
Ich: Nein.
Er: Wollen Sie jemandem besuchen?
Ich: Nein, ich habe einen Termin.
Er: Haben Sie Fieber oder Husten?
Ich: Nein, sonst wäre ich nicht hier.

Er lässt mich passieren.

Vor der Frauenklinik. Die Tür öffnet sich, eine Leuchtstreifenfrau mit Maske wehrt ab, als ich reingehe.

Sie: Kommen Sie zu Besuch? Kommen Sie, wir sprechen draussen.
Sie fuchtelt mich aus der Tür.
Ich: Nein. Ich habe einen Termin auf der Onkologie.
Sie: Das muss ich nicht wissen. Nur dem Namen.
Ich: Tinkakartinka, viertelvorzehn.
Sie nesteln sich durch ihre Liste: Tinka, Tinka…
Ich: Kartinka.
Sie: Ah hier. Sie dürfen rein.
Ich: Danke.

Und ich, ich komme mir vor wie in einer Endzeit-Netflix-Serie. 🙈

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Hmmmm….

Wenn die Therapeutin, die deine Angst vor einem Rezidiv besprechen will, das Fenster in ihrem eigenen Büro aus Angst vor dem Coronavirus nur noch mit dem Ellbogen aufhangelt… 🤔🤔

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Gutes Vorbild

Phi: Mami, warum sagst du eigentlich immer, wir sollen keinen Saich machen, dabei hast du selbst als Kind soviel Saich gemacht.
Ich: Öhm… Also, das ist mein Job. Ich bin dein Mami.
Phi: Was hast du denn so alles angestellt?
Ich: Das sag ich dir jetzt nicht mehr. Sonst bring ich dich noch auf Ideen!
Phi: 😁

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Spasstruppe

Sie mault hinter der offen Türe des Kontrollraums: Dann hör ich was, aber kein Mensch da!!!
Ich: Der Mensch ist hier. Der Mensch musste auf Toilette.
Gelächter aus dem Kontrollraum.
Sie kommt raus: Ja wissen Sie, ich höre das Klappern der Garderobe, aber dann sind sie weg. Niemand da.
Ich: Sehen sie mal. So schnell kanns gehen.

Später liege ich in Leggins, Docs, oben ohne, aber mit Mütze – ich hatte kalt – auf der Liege und atme nach Kommando.

Andere Sie: Einatmen, Ausatmen. Einatmen, Stopp! Nicht mehr atmen!
Sie: Jetzt haben wir noch eine Rotation. Sie drückt meine Schulter runter. Tritt zurück und kontrolliert.
Er: Ja. Ruckelt mich zurecht. Schaut.
Sie zieht an der Auflage: Hm. Ja.
Ich huste. Sie blicken mich überrascht an.
Er: Oh, ja, Sie dürfen wieder.
Sie grinst: Wir dachten, wir erhöhen mal die Schwierigkeit für Sie.
Ich: Das ist nett. Auf eine Minute?
Sie: Aber gut, dass Sie wieder atmen.
Ich: Ja ich dachte, das sei noch sinnvoll.

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Rückeroberung

Ich: Ähm, kann ich dich kurz beim Gamen stören oder stirbst du dann?
Er: Nö, okay.
Ich: Also, falls es dir nicht passt, ists Pech. Denn ich hab gerade für heute eine Übernachtung gebucht.
Er: Echt? Wo denn?
Ich: In einer Jurte.
Er: Cool. Wir fahren weg!
Ich: Nicht weit, meint google. Aber hart an der Nebelgrenze. Mit etwas Glück kriegen wir Sonne.
Er: Wann?
Ich: In ca. 2h? Ich koche Kartoffeln. Die Jurte hat ne Feuerschale. Dann brauchen wir kein Restaurant.
Er: Cool. Jurte im Januar. Feuerschalen-Nachtessen. Du bist ein verrücktes Weib!
Ich: Oh Danke! 😍 Dann passts ja.

Bestrahlungsstatus: 25/33

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Nachtrag vom St-Nikolaus-Tag

Brauchen wir eine Familientherapie? 🤔

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Heisser Busen

Phi: Oh Mami! Dein Busen ist so rot und und hast noch 19 Bestrahlungen!
Ich: Ja. Eben. Rot und warm. Stell dir vor, wie der am Ende aussieht.
Phi: Feuer! Der brennt dann!!
Ich: Dann kannst du Marshmallows grillieren.
Phi: Der ist dann so heiss, wie eine Wärmeflasche mit KOCHENDEM Wasser.
Ich: Der heisseste Busen der Stadt sozusagen.

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Radiodialoge IV

Sie: So, wir sind fertig. Sie können die Arme runternehmen.
Ich gähnend: Ach, ich könnte grad liegen bleiben und ein Nickerchen machen.
Sie: Gute Idee! Ich lege mich dazu.
Ich: Oh! Das könnte eng werden.

 

BILD 20.12.19 UM 09.51

So kuschelig ist es in der Radio-Onkologie

 

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Modalverbwettbewerb

Ich warte oben ohne in der Umkleide auf den Marschbefehl zum Bestrahlungsgerät.

Sie: Frau Tinkakartinka, sie dürfen!
Ich lege mich auf die Liege: Dürfen oder müssen?
Sie lacht: Sie dürfen! Sie sollen, sie können.
Ich: Können, ja. Nicht wirklich wollen.

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Lagebericht

Onkodoc: Und?
Ich: Wollen Sie einen Lagebericht?
Onkodoc: Immer!
Ich: Nasenbluten ist weg, crèmen funktioniert. Mund auch ok.
Onkodoc rollt zum Tisch: Und sonst? Wo spinnts noch?
Ich: Mehr als sonst?
Onkodoc lässt seinen Kopf vornüber auf die Tischplatte fallen.

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