Streetart: Bellezze

Da kommt noch mehr…. 😉

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Das Genie der Strassenuniversität

Sofort-Abschlüsse werden hier verliehen.

Mathematische Strassenuniversität

Alle 2000 Jahre wird ein Genie geboren. 2000 vor Christus Pythagoras, 2000 Jahre nach Christus Leonardo. Von 2000 bis 4000 Pollone.

Direkte Aufnahme für Anwärterinnen mit den Massen 60-90-60: Biete Lebensmittel, Unterkunft, Waschen, Trocknen, Bügeln, Massage und Sex bei Wunsch (wohlgemerkt unter Einhaltung der Massnahmen).

Respekt für diese grosse Universität der Strasse, dem einzigen Standort der Welt.

Die berühmtesten Universitäten der Welt können nicht konkurrieren mit Genies wie Einstein, Pythagoras, Leonardo und Polone.

Das Genie der Universität der Strasse.

PS: Ich übersetze nur was da steht. 😉

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Streetart

Ich war ja schon in Barça hell begeistert. Aber Napoli setzt da noch einen drauf.

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Ruhiger letzter Abend

In Napoli. Ruhig? 😂😂😂🙈

Also ich sass ruhig mir meiner glutenfreien, neapoletanischen Pizza auf dem Platz. Schaute den Leuten zu, den Motorinis. Als plötzlich am Nachbartisch eine Frau umkippte. Drei stürzen zu ihr, schütten ihr Wasser ins Gesicht. Einer schreit und fuchtelt, man solle die Ambulanza, alsrmieren. Die Cameriera schreit ins Telefonino.

(Ambulanz in Napoli? Bei dem Verkehr möchte ich nicht darauf angewiesen sein. Ich habe eine beobachtet, die sich mit lauter Sirene versuchte einen Weg durch die Strassen zu pflügen.)

Ein vierter drängt sich vor, packt die Frau mit Hilfe der anderen, sie legen sie hin. Die Alkis hinten Helfer auf den Bänkchen – wie auf den Logenplätzen – kommentieren lautstark das Geschehen. Wo denn die Ambulanza bleibe. Wieso mann die Frau denn hinlege. Die machten doch alles falsch…. Tatsächlich setzen sie die Frau jetzt wieder auf den Stuhl. Mehr Wasser. Alle sehr hilfsbereit. Alle sehr planlos. Wahrscheinlich wurde die Arme so durchgeschüttelt, dass sie wieder zu Bewusstsein kam – wie Schneewittchen – und dann gestützt ins klimatisierte Locale geführt werde konnte.

PS: Natürlich schreien sie nicht. Also für Schweizer Massstäbe vielleicht, für Neapoletanische… nun…. Das geht noch viel lauter!

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Sprachsalat

Er: Fumi? Mi dai fuoco?

Ich: No. Mi dispiace.

Er: Sei di qui? Vai a Roma?

Ich: In vacanze. Sono venuta da Napoli.

Er: Anch‘io sono stato a Napoli. But I stay at Rome. Law school.

Ich: And why Italy? Where are you from?

Er: Japan. But I made my Master in Moscow.

Ich: тогда ты тоже говоришь по русски?

Er: А ты тоже???!

Er war dann aus Kasachstan, aber müde zu erklären, wo das liegt, darum antworte er allen, er sei Japaner. Worauf die freundliche Reaktion Nihao komme. Ist Chinesisch, aber nett gemeint. Ich fragte ihn nach seinem russischen Namen. Alle Asiaten werden in Russland namenstechnisch assimiliert und erhalten einen russischen Vornamen (Überforderungsvermeidung).

Ruslan, der Japano-Kasache. Счастливого пути!

Später am Strand. Eine blondierte Dame sprach mich mit stark russischem Akzent auf italienisch an, ich könne ruhig neben ihr Platz nehmen. Ich frage sie direkt auf Russisch, woher sie komme. Die West-Ukrainerin fiel fast von der Strandliege, als sie erfuhr, dass ich ihre Sprache spreche, ohne Russin zu sein. Sie vermachte mir ihren Ombrellone, ihre Liege und ging kopfschüttelnd von dannen.

Und am Abend, übermüdet und unterzuckert unterhielt ich mich nur noch in einem von russischen Vokabeln durchsetzten Italienisch. Ausgerechnet die beiden Sprachen bringe ich am leichtesten durcheinander. Nicht weil sie sich ähnlich sind – da wäre das Französische näher. Aber weil mir diese beiden Sprachen sehr nah sind.

язык сердца и язык души

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Ruhiger Abend

Ich sitze gemütlich mit einem Glas Wein an einer Kreuzung und beobachte Menschen und Motorini und Menschen auf Motorini.

Ein Halbstarker auf einer grossen Maschine, kurvt um die Ecke, gibt Gas, das der Motor aufheult, bremst. Ich und die Barista wechseln einen Blick und lachen.

Ein junges Paar auf dem Scooter. Zu dritt. Der Papa fährt, die Mama hält den 1,5 jährigen Sohn, der zwischen ihnen auf dem Sattel steht.

Ein junges Paar auf dem Scooter. Zu dritt. Die Schwiegermamma sitzt zuhinterst mit am Arm baumelnden Plastiktaschen.

Das war ein anderer Abend. Klischees wollen genährt werden. Später tanzte der Cameriere noch mit zwei Pizzen in der Hand auf der Strasse…

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Auskünfte

Italien ist spannend, da sich je nach Breitengrad die Quantität des Cafès oder das Verhalten ändert.

So schrumpft der Espressopegel in Napoli auf 1,5 Zentimeter.

Fragt man in Mailand 3 Leute nach dem Weg, erklärt einem nur der Ortskundige mit einem Zeitfenster ebendiesen.

Fragt man in Rom 3 Leute nach dem Weg, zeigt jeder sehr hilfsbereit in eine andere Richtung. Denn alle Wege führen nach Rom, aber keiner aus Rom heraus…

Fragt man in Napoli 3 Leute nach dem Weg, so wedeln alle unspezifisch in die Luft und nuscheln ein paar Anfangssilben.

Was machen die Wohl in Palermo? 🙃

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Gipfel

Neben dem grossen Wunsch, meine Zehen wieder in den Sand zu vergraben, gab es dieses eine Sehnsuchtsbild, dass ich mit die letzten zwei Jahre immer wieder vor Augen hielt:

Ich auf einer Bergspitze, aus eigener Kraft erklommen, die Welt zu Füssen: Freiheit!

Na gut, in meiner Vorstellung erklomm ich den Berg nicht alleine. Eher so wie Vladimir Visotski singt.

Und dann traf ich Tim auf dem Aufstieg. Ich hatte kaum geschlafen, weil Vollmond war, obwohl er mir nicht ins Gesicht schien. Er hatte kaum geschlafen, weil Vollmond war.

Und so waren wir beide früh unterwegs und kamen zusammen vom Weg ab und fanden ihn wieder. Wir erzählten uns von den Bergen, die wir erklommen haben und die gar nicht so unterschiedlich waren. Wir verdrückten auf dem Gipfel jeder für sich und doch zusammen eine Träne. Wir erkundeten die Gegend, teilten unser Essen. Und trennten uns als Freunde.

Solche Begegnungen passieren nur, wenn man alleine unterwegs ist.

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Ruhiger Abend

Der Cameriere entschuldigt sich, ihm sei die Hand ausgerutscht. So hatte ich halt 0,5 l Rotwein in meiner Karaffe, statt 0.25. Das ist sehr wirksam, bei wenig Nahrung tagsüber und immer noch 33° abends um neun.

Also entschliesse ich mich nach dem Essen, langsam wie auf Wolken heimzuspazieren. Da höre ich Musik in einem Innenhof.

Mein erstes Konzert seit 2 Jahren! 😎

Dann höre ich einen Knall, alle rennen aus dem Innenhof:

Dann geh ich ins Bett.

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Im Untegrund

Es ist so heiss in Napoli, dass ich mich in die Katakomben verkrümle. Nicht ohne mich vorher 4mal zu verirren. Inkl. dem ehemaligen Camorra-Viertel (Zitat der guida) Stella, bzw. Sanità. (Hallo Mami 👋🏻👋🏻 Ich lebe noch, unbeklaut 😎).

Anfang 18. Jh baute man mitten in die Stadt eine Brücke, um die Mehrbesseren (Capodimonte) mit dem Zentrum zu verbinden und schnitt so einen ganzen Stadtteil ab.

Der Stella wurde so zur „periferia al centro della città.“ Hohe Arbeitslosigkeit, hohe Kriminalität. Aber viel Stolz auf Totò, der hier geboren ist.

Inzwischen ist das anders, heute gibt es über 30 soziale Non-profit-Organisationen, die sich dem Quartier, der Jugend annehmen. So auch die Associazione, die die Catacombe San Gaudioso renoviert hat und Führungen durchführt.

memento mori

Und auch in den Catacombe di San Gennaro.

Neapel ist eine Stadt in Schichten, gebaut, überdeckt mit Asche, überbaut oder umgenutzt: Byzantiner, Römer, Christen. Und alle hinterliessen Spuren.

Oder entstanden zum Baumaterial gewinnen, dann als Zisterne zur Grundwasserversorgung genutzt bis die Pest grassierte. Zu guter letzt als Unterschlupf im 2. Weltkrieg.

Napoli sotterranea

Das Faszinierendste aber war die Tatsache, dass sich unter der Altstadt ein ganzes Amphitheater befand. In einer Wohnung, Bett zur Seite schieben und in den ehemaligen Keller der Bewohner eintauchen, der eigentlich die Umkleide des Schauspieler des Amphitheaters war.

Bett in die Nische schieben, Kellerklappe auf

Ach, wie gerne würde ich mich da mal mit der Stirnlampe auf Entdeckungstour begeben…

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