Schlagwort-Archive: Spital

Post-OP-Survival

Milch und Kohle
La Vie d’Adèle
Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm
Die Wand
Der Kreis
Into the Wild
Thyphoid Mary
Ich und Du und alle die wir kennen
Der geteilte Himmel
Broken Flowers
Kinderspiele
Ham on Rye
A Single Man
Parada
100 Tage
Hinter dem Bahnhof
Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten
Slaughterhouse Five

TBC…

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Randnotiz

Wenn ich im Warteraum die Tageszeitung nehme und dann im Spitalbett darauf warte, mich für die Operation umziehen zu können, mir dann die Beilage aus der Tageszeitung fällt, frage ich mich, was ich mich des Öfteren frage, meistens mehrmals täglich, nämlich, ob ich die Einzige bin, der so etwas auffällt und die deswegen meistens mit konstantem Staunen ob, und daraus resultierendem leichten Grinsen über die Absurdität des Alltags durchs Leben geht, genau das frage ich mich, wenn ich da auf die Operation wartend, im Spitalbett liegend, den Titel der Tageszeitungs-Beilage lese:

Palliative care: Wir begleiten Sterbende.

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Das war’s

Meine Freundin kommt mich abholen. Humpel zum Koffer, humpel zum Bett, humpel zum Schrank, humpel aufs Klo.

Freundin: „Wo ist Frau XXX? Schon weg? Bin ich etwa umsonst gekommen?“
Pflegerin: „Sie ist nur schnell auf dem Klo.“
Ich öffne die Klo-Türe. Die Türklinke fällt mit lautem Scheppern zu Boden.
Die Insassen von Bett 1-3 schauen. Die Pflegerin schaut.
Ich: „Ich bin da! Hab nur gedacht, ich mach noch schnell was kaputt, da ich ja nur eine Nacht bleiben durfte.“
Freundin: „Super! Ist das dein Koffer? So schwer? Kannste den nicht selber tragen?“
Ich: „Hab extra zwanzig Bücher rein gepackt für dich.“
Freundin: „Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht gekommen. Ich ruf dir ein Taxi.“

Pflegerin massiv irritiert.
Schaut zu ihr.
Schaut zu mir.

Hier ist es zu weiss für schwarzen Humor. Gut, dass ich gehe.

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tiefenentspannt oder schon tot?

Wecker
Nach der ersten Nacht werde ich wachgekräht:

„ICH KOMME IHNEN DEN BLUTDRUCK MESSEN!“
Pause.
„135 ZU 88!“

„ICH KOMME IHNEN DEN BLUTDRUCK MESSEN!“
Pause.
„128 ZU 74!“

„ICH KOMME IHNEN DEN BLUTDRUCK MESSEN!“
Pause.
„132 ZU 78!“

„ICH KOMME IHNEN DEN BLUTDRUCK MESSEN!“
Vierbettzimmer.
Sie legt mir die Manschette um und merkt, dass die rausgerutschte Infusion mein Bett getränkt hat.
„78 ZU 49!“

Meine Güte, bin ich tiefenentspannt. Liegt wohl am Wasserbett.

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Mann mit Strumpf

Rückblende:
Im Vorbereitungsraum, auf der OP-Liege.

Pfleger 1: „Was ist das???? Ist das ihr Strumpf???“
Ich: „Ja meiner.“
Pfleger: „Weshalb tragen sie denn DEN???“
Ich: „Die Pflegerin meinte, der sei besser angepasst als ihre im Spital.“
Pfleger 1 schrill: „Aber der ist nicht STERIIIIL!!!“

Pause

„Also, dass soll nicht heissen, dass er schmutzig ist, also. Ich meine…“
Ich: „Danke. Ich kenne den Unterschied.“
Er zieht ihn mir aus. Gibt ihn Pfleger 2: „Da, hol einen anderen.“
Pfleger 2 hält ihn wie ein totes Tier mit ausgestrecktem Arm von sich weg.
„Ja was soll ich jetzt damit? Soll ich jetzt etwa mit EINEM Strumpf durch die Klinik laufen oder was??!“

Da sie sich nicht einigen konnten, wurde ich halt ohne Thrombose-Strumpf operiert.

(Spital könnte so spassig sein, wenn die Schmerzen nicht wären.)

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Merke: Aua = Schmerz!

Neulich auf dem Operationstisch.

Ich: Aua!
Chirurgin: Tut’s weh?
Ich: Ähm ja… ich hab Aua gesagt!
Chirurgin: Ich meine, fühlen sie nur einen Druck oder ist es Schmerz?
Ich: Es fühlt sich an, als würden sie zwei Zentimeter Fingernagel in meine Leiste rammen.
Chirurgin: Also nicht nur Druck?
Ich: Druck wäre die Fingerkuppe. Ich sagte, was Spitzes: Fingernagel, Schraubenzieher, Nagelfeile. Und in Anbetracht dessen, dass es in Wirklichkeit wohl ihr Skalpell ist, mag es schmerztechnisch nicht so wild sein, andererseits haben sie ja erst grad begonnen und…
Anästhesistin schleicht sich von hinten an und  legt mir beruhigend die Hand auf den Arm. Flüstert: Wir spritzen nach.
Chirurgin, streckt die Waffen: Ok. Dann spritzen wir halt auch noch etwas lokal…

Spritze

(Dialog-Generierung kann auch ein Argument gegen eine Vollnarkose sein)

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Zutreffendes Bitte ankreuzen!

Kreuz

Sie packt einen Stift in Klarsichtfolie zu den Unterlagen ins Kuvert: „Sie müssen das  Bein, das operiert wird, mit diesem Stift markieren. Bevor sie ins Spital kommen. Eine Sicherheitsmassnahme.“
Ich: „Damit sie wissen, welches sie aufschneiden müssen?“
Sie: „Reine Sicherheitsmassnahme. Machen sie das Kreuz einfach nicht grad da, wo geschnitten wird.“
Ich: „Ja, ich kreuze seitlich.“
Sie: „Nur eine Sicherheitsmassnahme. Wir werden sie auch mehrmals fragen, welches Bein operiert wird. Das ist nicht, weil wir es nicht wissen oder vergessen haben. Eine reine Sicherheitsmassnahme.“
Ich: „Sicherheitsmassnahme. Aha. Sehr beruhigend. Danke.“

(Was wohl, wenn ich das andere Bein oder Bauchnabel…? Nein, ich lass es wohl lieber. Reine Sicherheitsmassnahme.)

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