Archiv der Kategorie: My Life in Piktos

Verwirrt beim Friseur

Sie: Und wie soll ich es schneiden?
Ich: 🤷‍♀️
Sie: Hand oder Maschine?
Ich: Ehrlich gesagt, keine Ahnung! Ich hatte noch nie so kurze Haare. Auch nicht so lockige. Und erst recht nicht so graue. 🙈 Eigentlich sind sie die erste Friseurin, die an dieses Fell darf. Einfach nicht zu bieder!! 😬

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Schulter gesucht

Nachdem MRI auf dem Weg zum Zugang ziehen lassen. Meine Pflegerin lotst mich in ein Zimmer. Ein anderer Pfleger hastet uns nach.

Pfleger ruft: Schulter?
Pflegerin: Was?
Pfleger: Schulter!
Pflegerin: 🤨
Pfleger zeigt auf mich: Ist das meine Schulter?
Pflegerin: Nein das ist Mamma. Deine Schulter kommt noch.
Stimme von draussen: Deine Schulter ist hier!!

Ich: 🤔 🍖?

Für die cancer muggel: Mamma = Mammakarzinom = Brustkrebs 🤓

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Geschenk angekommen

📧@Onkodoc

Guten Tag Herr Onkodoc

Ist es möglich den Julitermin zu verschieben? Ich hätte da zwei Wochen kidsfrei und würde gerne verreisen, falls man wieder darf. Sonst pilgere ich halt durch die Schweiz….

Freundliche Grüsse

Tinkakartinka


📧@Tinkakartinka

An sich schon… wenn ich mir aber das angedachte Weihnachtsgeschenk für den Onkologen vor Augen führe, weiss ich nicht wirklich, ob ich so grosszügig sein sollte…


😬

Corpus delicti

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Ich bin nicht kontrollkompatibel 🛹

Chemo-Corona-Date 2:
Ich fahre auf dem Skateboard am Zivi vorbei im den Spitalpark und rufe:
Kein Husten! Kein Fieber! Kein Besuch! Ich habe einen Termin.
Etwas spät war ich dran. Leider hatte die Onkologie den Patientenzettel noch nicht der Türsteherin ausgehändigt, so dass ich dann vor der Frauenklinik zehn Minuten in der Kälte rumstehen musste. 🤷‍♀️

Chemo-Corona-Date 3:
Die Parkwache wurde abgeschafft.
Da es gestern wieder kalt und frühmorgens war, bin ich direkt zehn Minuten zu spät vor der Frauenklinik vorgefahren. Der Türsteher war informiert, ich durfte passieren. 🙋‍♀️

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verlegen fast verstummt

Mein Onkodoc kann auch fast sprachlos:

Er: Hier noch ihre Verordnung und die nächsten Termine.
Ich: Danke. Und hier noch ein Geschenk für sie.
Er: Ach?
Ich: Nun ja, gestern vor einem Jahr hatte ich meine erste Chemo. Jubiläum, Taraaa! 🥳
Und ich habe ja das ganze Jahr in der Behandlung gezeichnet und nun ein Buch daraus gemacht. Das kriegen sie jetzt.
Er: Oh!
Ich: Diejenigen die das Werk bis jetzt gesehen haben, hatten teilweise ein schmerzverzerrtes Gesicht… 😬
Er: Muss ich erst Alkohol trinken, bevor ich es mir anschaue? 🤔
Ich: Wie sie wollen. Meine Kids findens nicht so schlimm, aber die kennen ja meine Bilder. Und sie als Arzt, sie sollten sich sowas gewöhnt sein, nicht? Sie kennen ja die Behandlung. Soooo schlimme Sachen sind und auch nicht drin…
Er: Nicht?
Ich: Vielleicht die abgehackte Hand. Die hab ich ja eh für sie gezeichnet. Nun, ja. Und viele glatzköpfige Frauen!
Er: Das ist nicht verwunderlich.
Ich: Und oben ohne sind sie auch.
Er: Da gibts Schlimmeres! 🤭 Oh. Darf ich das sagen?
Ich: Durchaus! Da bin ich ganz bei ihnen. 😁
Er verlegen hinter der Maske: Also, ähm, ah.. vielen Dank!

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Feiern!

Es gibt Leute, die feiern ihren cancervasery, den Jahrestag ihrer Krebsdiagnose.
Morgen vor einem Jahr hatte ich meine erste Chemo, am 10. Mai 2019.
Und ja, ich bin etwas melancholisch, soviel ist passiert, was ich nie wollte, nicht geplant hatte und gerne darauf verzichtet. Und dennoch fühle ich mich meilenweit von meinem ich vor einem Jahr entfernt –  und möchte nicht dahin zurück.

Also feiere ich. Ich feiere meine Kinder, die mir die ganze Zeit grossartig zur Seite gestanden haben!
Nun ja, sie können ja auch nicht weg (hehe), bin ja die Mutter.
Sie haben sich nie beklagt, wenn sie etwas nicht machen konnten. Zum Beispiel, dass wir nicht so oft ins Schwimmbad konnten oder nicht in die Ferien.
Vielleicht waren sie enttäuscht, aber das versuchten sie mir nicht zu zeigen. Kann sein, weil sie merkten, dass ich alles, was in meinen Kräften lag, tat. Ich versuchte möglichst viel zu machen, gute Momente finden, feines Essen, Erlebnisse, damit sie möglichst ihr Leben haben, wir unseres. Und ich ging manchmal weit über meine Kräfte, aber ich fand, das lohnte sich.

Also feiern wir. Gestern mit Hamburgern vom Feuer und einer Nacht unterm Sternenhimmel (bis es zu Regnen begann…). Heute mit Sushi und Ginger Beer und morgen mit Kinderschampus.
Weil ich die besten Kinder habe und wir dieses Jahr geschafft haben!
Fe und Phi, ihr seid die Grössten!

Ich liebe euch!

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🦀Bilderbuch

Hab ja sonst nicht viel zu tun, ausser die Scherben wegzuräumen, von allem was zerbrochen ist und wegzubrechen scheint und warten.
Ob und wann und wie ich wieder arbeiten darf, ob und wann und wie es mit diesem Ausnahmezustand weitergeht.
Also habe ich mir ein Buch mit meinen 🦀Bildern gemacht.

So zum Jubiläum quasi. Heute ist Freitag in der zweiten Schulwoche nach den Frühlingsferien. Letztes Jahr war das der Zeitpunkt der ersten Chemo. Auch wenn es vom Datum her noch ein paar Tage geht bis zum exakten Jahrestag.
Deshalb nur ein Quasi-Jubiläum.

Vielleicht sollte ich mir heute einen Campari Soda gönnen. 🤔 (Schön in der gleichen Farbe wie die Infusion)

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Wunschkäfer

Marienkäfer

Phi: Mami, ich hab mir was gewünscht beim Marienkäfer. Und es ist in Erfüllung gegangen!!!
Ich: Was denn?
Phi: Also erst, dass ich die Zeit anhalten kann. Aber dann dachte ich, das ist etwas unrealistisch. Darum und weil du gesagt hast, ich soll nicht mehr stürmen wegen dem Piratenfilm, habe ich mir gewünscht, wir gucken heute. Und jetzt? Juhuuu!

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Flexibilitätsspeicher

Fe: Mami, warum stresste mich das gestern so?
Ich: Naja, es war halt eine überraschende Ausnahme. Das hast du nicht so gerne.
Fe: Ja aber ich war sooooooo gestresst. Und eigentlich mache ich es gerne. Ich war doch sonst nicht so unflexibel? Früher?
Ich: Nun ja, doch schon, z.B. musstest du immer mit dem gleichen Löffel essen, immer. Du bist heute schon viiiiiel flexibler. Aber schau. Im Moment ist da Corona, die Schule zu, du musst zu Hause lernen. Früher hätte dich das komplett aus der Spur geworfen. Und jetzt machst du das super!!! Vielleicht ist im Moment, weil so vieles anders ist, einfach dein Flexibilitätsspeicher voll.
Fe: Ja, genau. Das ist es!

 

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Die Schnittstelle

Fe: Heute klappte es gut, nicht?
Ich: Ja super! Du warst auch superschnell, auch als wir raus gingen. War es schwierig für dich?
Fe: Nein, nur ein bisschen. Ich muss halt versuchen, nicht alles genau so zu machen, wie ich es in meinem Kopf habe. Ich bin halt so, mein Betriebssystem kann ich nicht neu installieren.
Ich: Das musst du auch nicht. Du bist gut so, genau wie du bist. Manchmal geraten wir halt aneinander. Vor allem in der Gruppe ist es schwierig, wenn alle auf einen warten, weil einer erst seinen Plan im Kopf abarbeiten muss.
Fe: Ich bin nicht flexibel, wenn ich einen Plan habe. Ich muss mich überlisten.
Ich: Genau, du weisst es, darum kannst du was machen. Ich bin auch schrankblind und weiss, das ich Sachen hinten im Schrank auch gleich verbrennen könnte. Wenn man weiss, was man nicht kann, kann man was machen.
Fe: Ja, das Betriebssystem kann ich nicht ändern. Aber an der Schnittstelle arbeiten.

 

 

 

 

 

 

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