Krankenhausdialog – Die Nervensäge

Kreuz

Sie: So, ich schiebe sie jetzt in den Aufwachraum.
Die Sonne schien in das Zimmer und ich war schlagartig hellwach.

Ich: Darf ich mich aufsetzen?
Sie: (Arretiert mein Bett) Äh… moment, nein. Äh, ich kann ihr Kopfteil etwas hochstellen.

Neben mir dösten zwei weitere Patienten. Ich wartete, bis die Pflegerin wieder bei mir war.

Ich: Darf ich aufstehen und aufs Klo?
Sie: Ich kann ihnen die Pfanne geben.
Ich: Nein, ich möchte keine Pfanne. Aber darf ich aufs Klo?

Ich musste gar nicht. Ich wollte nur aufstehen.

Ich: Wie spät ist es?
Ich: Wann bin ich hergekommen?
Ich: Wie hoch ist mein Blutdruck?
Ich: Was ist im Tropf drin?
Ich: Wie lange muss ich hier bleiben?
Ich: Gibts was zu lesen?
Ich: Wie spät ist es?
Ich: Kann ich aufs Klo?

Nach einer halben Stunde hatten sie genug und schoben mich aufs aufs Zimmer.

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Krankenhausdialoge – Die Schorle

Kreuz

Sie spritzt mir was.
Er: Jetzt kriegen sie den Cocktail. Wie eine Schorle. Da werden sie ein wenig beschwipst.
Ich: Das ist aber ne üble Schorle. Hochprozentig.
Er: Und jetzt komme ich mit der Maske, schön Atmen, dann können sie schlafen. Denken sie an etwas schönes. Die meisten denken an den letzten oder den nächsten Urlaub.
Ich: Ich denke an Essen!
Ich atme, alles beginnt sich zu drehen. Ich werde schwerelos. Das fühlt sich gar nicht nach Müdigkeit und Schlaf an.

Er: Sie können die Augen ruhig schliessen.
Ich: Ich warte auf das Plopp.

Ich glaube, das waren meine letzten präoperativen Worte. Ich dachte, da fallen einem die Augen zu. Doch es machte nicht plopp.

Er: Schliessen sie doch jetzt bitte die Augen.
Da schloss ich sie halt.

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Krankenhausdialoge – Die Maske

Kreuz

Der Anästhesist war der einzige Mann, also nenne ich ihn nur noch er. Bin ja noch was postoperativ, ich darf das.

Er: Jetzt kommt die Maske. Da dürfen sie reinen, guten Sauerstoff atmen. Jetzt bitte einmal gaaaanz tiiiiief einatmen.
Ich atme gaaaanz tief ein.
Pfiiiiiiiiiiiiep
Er: Das war zuviel. Das schafft unsere Maschine nicht. Atmen sie etwas weniger tief ein.
Ich atme etwas weniger tief ein.
Pfiiiiiiiiiieeeep
Er: Sie killen unsere Maschine.
Sie: Machen sie Sport?
Ich zähle auf.
Er: Wir hatten doch eine Patientin, die hat keinen Sport gemacht und trotzdem 2 Liter!
Sie: Wir haben doch abgemacht, das sagen wir nicht….
Er: Atmen sie einfach ganz normal. Wie immer.
Ich atme ja nicht zu viel ein.

Kein Pfiiieeeep

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Krankenhausdialoge – Die Infusion

Kreuz

Nüchtern erscheinen. Nichts mehr trinken. Und dann zwei Stunden im Sonnenzimmer im Bett liegen und warten. Ich war durstig, ich bekam Kopfschmerzen. Doch als ich gerade protestieren wollte, gaben sie mir mein Dormicum und 2 Schluck Wasser.
Dann schob man mich durch Gänge wie in einer Hotelküche, so sah es jedenfalls ohne Brille aus.

Sie: Guten Tag, ich bin die Anästhesieassistentin! Ich lege ihnen jetzt die Infusion.
Ich: Oh! Krieg ich Natriumchlorid?
Anästhesist: Also nicht nur, das sind noch ein paar Elektrolyte drin und dann noch…. Sind sie vom Fach?
Ich: Nein, ich bin durstig.
Anästhesist: Das würd ich nicht trinken, hab ich probiert. Schmeckt bitter.
Ich: Intravenös ist eh besser. Ich zerbrösle hier langsam.
Sie: Blutverlust! Blutverlust! Ich muss die Nadel nochmals richten.
Wischt das Blut vom Boden

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Krankenhausdialoge – Weisskittel und Weissgurt

Kreuz

Dank meines etwas anders funktionierenden Hirns scheine ich auf gewisse Arzneimittel unerwartet zu reagieren. Schlafmittel – so die denn überhaupt wirken – befördern mich in der empfohlenen Dosis in einen komatösen 16h-Schlaf. Bei der Hälfte der Dosis bin ich morgens immer noch eine Gefahr für den Strassenverkehr, erst bei einem Viertel der üblichen Dosis komme ich mit leicht verschleiertem Hirn sozialverträglich und arbeitsfähig aus dem Bett.
Narkosemittel dagegen scheinen  nur bedingt zu wirken.
Ich versorgte mich also mit Fallstudien aus der Verwandtschaft (Erwacht unter Vollnarkose, den Arzt den Assistenzart ausschimpfen gehört und dann den Anästhesisten, weil Patientin aufwachte), aus meiner Kindheit (Schlafsirup und Schule ade) und googelte etwas nach narkotisierten Hyperaktiven. Wozu es natürlich keine Studien gibt. Wäre auch ethisch schwer vertretbar.
Und das legte ich alles dem Anästhesisten in der Vorbesprechung dar.

Ich: Und die letzte OP lief auch nicht gut. Die hatten ewig, mein Bein zu betäuben und dann habe ich das Skalpell doch gespürt. Aber die waren etwas in Zeitdruck, glaubten es erst nicht. Es ging dann schon mit dem Schmerz, als sie etwas nachspritzten, einfach zu Ende der OP wars nicht mehr so angenehm…
Er: Oh. Das sollten sie sagen. Moment, ich schaue nach… Da steht nichts im Bericht.
Ich: Wass? Nichts? Nicht wegen der Narkose? Gar nichts?
Er: Oh! Die Operation dauerte…. WAAAS? 80 Minuten? Das ist viel. Das ist sehr viel!!! Eigentlich dauert das eine halbe Stunde.
Ich: Aha. Sag ichs doch. Die Narkose.
Er: Gut, wir werden sie zusätzlich überwachen!

Dann fragte er mich noch, ob ich Sport mache.
Ich: Ja.
Er: Ja…..?
Ich: Ja! Ich mache Sport.
Er: Ja… was? Yoga?
Ich: Joggen, MTB, Skateboard, Karate und….
Er beginnt zu lachen und winkt ab.

Er macht auch Kampfsport, allerdings etwas länger als ich Weissgurtnovize. Und als im Mittelland gestrandeter Tessiner findet er es etwas beunruhigend in einer Stadt mit ca. 8 Kampfsportschulen zu arbeiten, so ghettoid. Find ich nicht. Lieber kanalisierte Aggression mit Kampfsportkodex.

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Krankenhausdialoge – Prolog

Kreuz

Ich und Krankenhäuser, das ist ein Drama ohne Ende.
Bis jetzt.
Die letzte Episode ist hier nachzulesen. Als kurze Erinnerung:
– Kreuzen Sie das zu operierende Bein an! – Was haben sie gemacht? Was soll das Kreuz?
– Zwei sich streitende Pfleger, wer mir wohl jetzt die Stützstrümpfe holt und anzieht (vor dem OP)
– Nein, wirklich, ich spüre das Skalpell!! (Eine operationswütige Chirurgin)
– Ein nasses Bett, da die Infusionsnadel rausrutschte.
– Die Türklinke, die ich in der Hand hielt, als ich das Spital verlassen wollte.

Also hatte ich gelinde gesagt Panik. Da man sich ja unter einer Vollnarkose mit Beatmungsgerät nicht so gut wehren kann, wenn man noch was spürt.
Doch es kam anders.

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role model

Wenn die Kids plötzlich nicht mehr Scooter fahren wollen, sondern es lieber mit Skateboard probieren, weil:
Mami, du bist so cool vom Board geflogen!!!! 🚀🚀
(Naja, ich versuchte über ein Hinderniss zu kommen, hab vergessen zu poppen und fuhr vollgas rein, flog vom Brett…)

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Girls, girls, girls…

Im Keller.

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Fundstück

Grad gefunden.
An der Uni habe ich ja immer gezeichnet, wenns langweilig war.
Also immer.
Offenbar auch einen sehr lebensnahen Skater-Comic. Und das zwanzig Jahre bevor ich überhaupt in Betracht zog, selber drauf zu stehen…

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Last Christmas…

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Januar 13, 2019 · 19:53