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Am Üben

Ich könnte jetzt schreiben, ich male noch,
ich stehe noch auf dem Skateboard,
es macht Spass.
Aber eigentlich ist es eine unglaubliche Herausforderung.

Ich habe mein drittes Board gekauft, diesmal nicht so breit und mit Rädern für den Park, damit ich nicht immer ummontieren muss.
Aber die kleinen Räder sind wieder eine Herausforderung. Schneller Speed, schnell wieder nichts.
Und jeder Kieselstein stellt einem ein Bein.

Die grösste Herausforderung ist meine Angst vor dem Fall. Das lässt sich mit Hilfe ja umgehen, bei den steilen Banks, bei einer Rampe, beim Ollie üben. Aber de facto muss ich irgendwann loslassen.

Gestern war ich an einem Contest, zuschauen. Und abgesehen davon, dass die alle ziemlich gut waren und ich beobachtet habe, wie sie stehen, pushen, wie sie kämpfen und frustriert sind…
Die fallen alle unglaublich gut!
Und alle fallen.
Nur jemand, der nicht skated und irgendwelche zusammengeschnittenen Redbullclips guckt, glaubt, dass ein richtiger Skateboarder alles steht.

Ich sollte fallen lernen.
Ich übe den shove-it. Geht switch schon ganz gut.
Das Problem: ich getraue mich nicht aufs Brett zu springen, weil ich Angst vor dem Fall habe. Ich setze also nur den Vorderfuss drauf. Das führt zur skurrilen Situation, dass ich mein Brett PERFEKT um 180° vor mir drehen kann, den Vorderfuss drauf, und mit der Hinterachse lande ich AUF MEINER GROSSEN ZEHE DES HINTERFUSSES!!!
Autsch.

Tinkakartinka.
Spring doch einfach….
(bist ja erst 42)

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Drei Beine

bräuchte ich.

So als Skateboard-Anfänger.
Drei zum pushen, die Bank rauf.
Zwei Füsse auf dem Brett die Ramp runter und einer zum Bremsen.
Oder generell.
Am Boden.
Als Rollbrettkrücke.

🙏🏻

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Skateheaven

Die Aufenthaltsdauer ist leider jeweils nur kurz. Wenigstens kommt man als Anfänger öfters mal da hin.
Als Anfänger ist alles neu und schwierig.
Und jeder kleine Sieg über die Angst und die Schwerkraft katapultiert einem subito in den Skatehimmel.

Vier Tage, nachdem ich mich an meinen Sklaventreiber festklammernd kaum die Rampe runter getraute, bin ich sie als wütend fuchtelnde Kali runtergefahren.
Danach umdrehen und noch einmal versuchen,  die vermaledeite Rampe hoch zu kommen.
Versuch Nummer 26.
Und zack! Ich bin oben.
Vor Schreck bin ich fast vom Board gekippt.

Denn Rest des Abends verbrachte ich endorphingeflasht und bescheuert lächelnd im Skatehimmel.

PS: Bis ich heute wieder zaudernd auf vor Rampe stand.

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Kali auf Rollen

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Ich hatte vier Nächte hintereinander von Kali geträumt und mich gefragt, was das wohl bedeutet.
Nun weiss ich es.

Da versuchte ich vorgestern etwa eine halbe Stunde lang nur die Ramp rauf zu kommen.
Weil nach oben habe ich es ja im Griff. Ätsch Schwerkraft. Und doch hatte ich eine Scheissangst: Doofe Idee als über 12-Jährige auf einem wackeligen Brett auf Rollen sich eine Rampe hochzupushen…
Aber he, ich will das ja! Los!
Und dann schaffte ich bloss die Hälfte. Weil, man muss ja nich bloss rauf:
1. Fuss auf Brett positionieren. Stimmt die Position nicht, fährt man ne Kurve.
2. Der andere Fuss gibt an. Schwerpunkt überm Brett halten.
3. Hinterfuss rechtzeitig aufs Brett ohne abzubremsen.
4. Füsse quer stellen und in die Knie.
5. Hochfahren und Schwerpunkt überm Brett halten.
Und dann gehts nicht mal weiter als bis zur Hälfte!
Dreiviertel. Vier Fünftel. Fünf Sechstel. Sechs Siebtel.
Als ich schon stinksauer war und die Ramp unflätig verwünschte schaffte ich es erst mit der Vorderachse rauf. Immerhin. Wutschnaubend. Fünfmal in Folge. Nie weiter.
Ich verwünschte alles. Mich.
Die Ramp.
Das Board.
Die Sonne.
Die Hitze.
Das Universum.
Stieg vom Brett, trug es rauf ums Eck und die zweite Ramp auch noch hoch. Dann stellte ich mich aufs Board. Wenn ich das Scheissding schon nicht hochfahren kann, dann wenigstens runter. Da muss ich nicht pushen.
Und ich fuhr die kleine runter und bevor ich nachdenken konnte in schwungvoller Linkskurve die zweite auch.
Ich vergass aus Wut doch glatt meine Angst.

Zurück zur fuchtelnden Kali.
Nun, seit ich eine Videoaufnahme von mir gesehen habe, wie ich die Rampe runtergefahren bin, mit mindestens vier Armen in der Luft, weiss ich, was ich bin:
Eine Kali auf dem Skateboard.

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Angst

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Symbolbild

Skateboarden ist ein einziger Kampf: ums Gleichgewicht, mit der Schwerkraft und vor allem mit der Angst.
Ich habe mir sagen lassen, dass das so bleibt. Wenn ich Angst davor habe, eine Rampe runter zu fahren, ist es bei einem anderen die vor dem Drop-In oder dem Fakie Flip Bigspin 540°….
Zuerst die Angst, dass das Ding mit Rollen nicht gleich wieder unter meiner Fusssohle wegzischt, wenn ich drauf stehe. Dann die ersten Kurven, diese Kieselsteinchen, die erste Rampe, der Sprung.

Mein Sklaventreiber (Lehrer) hält mich und ich stehe da oben an der Rampe und frage mich, weshalb man überhaupt auf die Idee kommt auf ein Brett mit Rollen zu steigen. Dann damit noch zu fahren, runter, also hinab.  Und es fühlt sich an wie früher beim 1m Sprungbrett im Freibad. Vom Beckenrand alles easy. So klein, jö, kein Problem. Und als man dann jeweils auf dem wippenden Sprungbrett stand, waren es plötzlich mindestens 5 Meter. Bestimmt!
Und was ich jetzt weiss, seit ich auf dieser 5 Meter (mindestens!!) Rampe stand. Leute, unter dem Springbrett ist Wasser. Und wisst ihr, was unter dem Rollbrett ist? Na?
Beton!
Und da soll ich mich in die Tiefe stürzen und dabei darauf achten, ja schön den Schwerpunkt überm Brett zu halten. Also lieber so kopfvoran runter, weil übers Brett ist noch keiner geflogen, aber hintenraus schon.
Und nicht vergessen, in die Knie und dann wieder hoch und, und. Und!
Also brav den Instinkt unterdrücken, sich ja nicht zurücklehnen, weil da unten ist Beton und kein Wasser.
Auf den wäre ich ohne helfende Arme auch geknallt.

Das Schwierige ist rauszufinden, wo mich die Angst schützt und wo sie mir nur im Weg steht, weil ich es eigentlich könnte. Und wie ich das bloss rausfinde, ohne mir 1000 Schrammen zu holen oder stehen zu bleiben.
Aber gegen die Angst gibt es eine mächtige Waffe.
Und die heisst Wut.

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Mutprobe Skatepark

Ich wollte nicht in den Skatepark. Weil, naja, ich kann ja noch nix und die sind alle weniger als halbsoalt und doppeltsogut. Ich mag mich nicht lächerlich fühlen.

Dann lieber in die Nachbarstadt. Unter der Autobrücke, kennt mich niemand. Klein und kuschelig.

Denkste! Wie im Bienenstock, nur auf Skateboards. Ich setzte mich erstmal an den Rand und versuchte mich unsichtbar zu atmen. Immerhin konnte ich vorhin im Garten, im Rasen vom Primo aufs Board springen. Und beim 5. Ollie-Versuch war das Brett kurz in der Luft und ich nicht am Boden, im Rasen. Also atmen.
Ruhig.
Bis mein Skateboard-Sklaventreiber mich auf den Beton zerrte. Und als ich dann da die schräge Fläche runter und die Ramp etwas rauf fuhr, johlten zwei Jungs im Alter meiner Kids: „Woooah, das kann nicht mal ich!!!“
Da musste ich einfach – entschuldigung – kurz die Faust erheben und schreien: „Ha! Ich kann etwas, was nicht alle Kids können!“

Sorry, das musste sein.
Das Adrenalin.

tbc

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